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Alwine Schreiber-Martens:
Rezension zu Peter Bierl "Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn"

Peter Bierl, herausgegeben von Friedrich Burschel
Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn -
Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell
Konkret KVV Hamburg 2012, mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung,
220 Seiten, 31 Seiten Literaturliste und Register. 

Es ist in verschiedener Hinsicht eine Herausforderung, dieses Buch rezensieren zu wollen. In der Einleitung formuliert der Herausgeber Friedrich Burschel ein hohes Ziel: “Es geht, im besten Sinne, um Aufklärung, Information und politische Bildung ...Der ... Aufgabe, Gesell im Original zu lesen, die Äußerungen seiner Zeitgenossen und Vordenker, seiner Epigonen und Anhänger zu überblicken, die zum Teil entlarvenden Kontinuitäten vom Ersten Weltkrieg über die Nazizeit und eine von Aufarbeitungen ungetrübte Nachkriegszeit bis in unsere Zeit ... nachzuzeichnen und den menschenfeindlichen Kern dieser Denkwelt herauszuarbeiten, hat sich ... Peter Bierl gestellt. Er legt ... hier ein dichtes, faktengesättigtes und hoch spannendes Werk vor, das am Anfang einer kritischen Gesell-Aufarbeitung zu stehen beansprucht und nicht an deren Ende.” (S.10) Diese Zielstellung erscheint über jede Kritik erhaben, denn es ist allerdings grundlegend wichtig, angesichts zunehmender Spaltung der Gesellschaften sich klar von menschenfeindlichen, ausgrenzenden, gewaltbereiten Denk- und Handlungsweisen zu distanzieren.

   Auffallend ist bereits im Vorwort ähnlich wie im Buchtitel, dass das Urteil von Autor und Herausgeber über das auf Gesell zurückgehende ökonomische Denkgebäude bereits feststeht: Einen Hinweis darauf, warum das so ist, gibt vielleicht das folgende Zitat: “... versteigt sich Gesell-Herausgeber Onken ... dazu, mit dem Autodidakten Gesell selbst Marx in Frage zu stellen.” Burschel fährt dann fort: “... Dass sich Gesell ... lediglich an Geld und Zins ... abarbeitete und die gesamte Produktionssphäre in seiner Analyse nicht vorkommt, ... ” (S.9/10) Hier zeigt sichetwas Grundsätzliches, nämlich die Frage nach dem Verhältnis von Zirkulationssphäre und Produktionssphäre. Die Denkmöglichkeit, die Produktionssphäre könnte der Zirkulationssphäre nachgeordnet sein, wird hier einfach kategorisch ausgeschlossen. In der Einleitung schreibt Bierl: “Alle diese Sichtweisen verkennen die Dynamik des Kapitalismus und seinen Daseinszweck: die profitorientierte Verwertung und Akkumulation von Kapital. ... Dass sich die Welt mit Geldpfuschereien nicht verbessern lässt, belegen der Zusammenbruch des argentinischen Tauschring-Netzes und die gefeierten Mikrokredite.” (S.15) Wieder erhebt sich die Frage: WIE im einzelnen ist der Wirkzusammenhang, der diese Dynamik des Kapitalismus ermöglicht? Sind Überlegungen zur Änderung am Geldsystem so einfach als “Pfuschereien” abzutun?

   Diese Rezension beschäftigt sich daher insbesondere mit dem dritten Kapitel (“Schwundgeld gegen Zinsknechtschaft”), in dem der ökonomische Ansatz Gesells “mit Vorstellungen von Karl Marx (1818 – 1883) zu Geld, Zins und Kreditwesen als integralen Bestandteilen des Reproduktionsprozesses des Kapitals konfrontiert” (S.16) wird. Aber auch die Abschnitte, die mehr der Bodenreform gewidmet sind, werden stärker einbezogen.

   In der Einleitung gibt der Autor einen kurzen Überblick: “Im ersten Kapitel geht es um Tauschringe, Regional- und Komplementärwährungen. ... Im zweiten Kapitel folgt eine Skizze frühsozialistischer Ansätze, der Vorstellungen Pierre Joseph Proudhons (1809-65) sowie der Boden- und Geldreformer, in deren Tradition Gesell steht.” (S.16) Die Schärfe der Vorwürfe, die Bierl gegen Gesell erhebt, wird hier deutlich: “Gesell verband die Bodenreform mit rassenhygienischen Vorstellungen, die zusammen mit der Frage des Antisemitismus im vierten Kapitel behandelt werden.” (S.18) Die Bedeutung dieser Vorwürfe benennt Bierl so: “Gleichwohl ist die Freiwirtschaft offen und anschlussfähig für antisemitische Positionen.” (S.19) “Das fünfte Kapitel enthält einen Überblick über die Geschichte der Freiwirtschaft. ... Im Schlusskapitel geht es um die aktuelle Bedeutung dieser Lehre und ihre Einflussnahme auf soziale Bewegungen. ... Diese Fortentwicklung der Freiwirtschaft in Verbindung mit unaufgearbeiteten faschistoiden Elementen macht die Gefährlichkeit dieser Strömung aus.” (S.19/20) Dies sind sicher “harte Bandagen” (S.11), wie der Herausgeber im Vorwort schreibt. Ob Bierl sich allerdings mit diesen Aussagen als “unermüdlicher Gegner von Dummheit, Verfälschung und Verkürzung, Geschichtsklitterung und gefährlichem Irrtum” (S.11) erweist, wie der Herausgeber ebenfalls schreibt, bleibt hier (noch) offen.

   Die angeführten Zitate, mit denen das Buch gefüllt ist und die in der Tat abstoßend, “schauerlich” (S.132) oder gemeingefährlich wirken, sind wahrscheinlich korrekt wiedergegeben. Es soll aber hier keine Einordnung in den Kontext bei Gesell, in den Zeitgeist und auch kein Vergleich mit Äußerungen anderer Personen geschehen. Ziel dieser Rezension ist bezogen auf die Zitate einzig zu klären, ob sie wesentlich für das ökonomische Denkgebäude der Geld- und Bodenreform sind. Dieses Denkgebäude sieht das Geldsystem sowie die Bodenrente als grundlegend für den Kapitalismus an und enthält Lösungsvorschläge. Diese Rezension hat daher die gleiche Zielgruppe wie Bierls Buch: “politisch und historisch Interessierte und Aktivisten in Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, antifaschistischen, linken und globalisierungskritischen Gruppen” (S.20). 

Mit Marx gegen die Frühsozialisten, Geldreformer und Neoklassiker 

Im Schnelldurchgang reiht Bierl im dritten Kapitel bekannte Namen auf, allein Karl Marx wird positiv gewürdigt: “Diese Entwicklungen spiegelten sich in den Debatten der Ökonomen wider. Die wiederkehrenden Wirtschaftskrisen, die Marx als Normalfall analysiert hatte, zeigten, dass die ‚unsichtbare Hand‘ des Marktes (Smith) nicht alles regelt und sich keineswegs ‚jedes Angebot seine Nachfrage selbst schafft‘, wie Jean Baptiste Say (1767 – 1832) behauptet hatte.” (S.80) Mit dem Begriff des “Grenznutzens” wird die Neoklassik zitiert: “Englische, französische und österreichische Ökonomen entwickelten die Lehre vom Grenznutzen. Sie verwarfen die Grundlage der klassischen und der Marx’schen Theorie, die Arbeitswertlehre, die vor allem David Ricardo (1772 –1832) geprägt hatte, zugunsten der Annahme, individuelle Erwartungen der Wirtschaftssubjekte seien ausschlaggebend.” (S.80) Da werden Alfred Marshall (1842 – 1924) genannt und Leon Walras (1834 – 1910). Der letztere habe gefordert, “gewisse natürlich Monopole, also Versorgungsbereiche mit hohen Fixkosten wie etwa Wasser- und Energieversorgung zu verstaatlichen, um den von Marx prognostizierten tendenziellen Fall der Profitrate aufzuhalten.” Und weiter: “Das erforderte weitere theoretische Anstrengungen von bürgerlichen Ökonomen, wollten sie nicht vor Marx kapitulieren, der Krisen als unvermeidlich für den Kapitalismus und als Ausdruck des Widerspruchs zwischen wachsender gesellschaftlicher Produktivität und privater Aneignung des Reichtums analysiert hatte.” (S.81) Auch hier ist die entscheidende Frage: Worin bestehen die Mechanismen dieser Aneignung? Liegen sie in erster Linie im Produktionsprozess oder sind sie von der Zirkulationssphäre her bestimmt? Welchen Einfluss hat die Rentenproblematik? Im Übermaß vorhandene Güter, auch “Kapitalgüter” wie Maschinen oder Gebäude, ermöglichen diese Aneignung nicht.

   Bei Bierl treten die Gegensätze zwischen den Frühsozialisten und Geld- und Bodenreformern einerseits und der neoklassischen Ökonomie andererseits in den Hintergrund. Zum alleinigen Maßstab der Ökonomiekritik wird bei ihm die Lehre von Marx. Es fehlt auch jede weitere Würdigung etwa der Bedeutung von natürlichen Monopolen, die nicht durch “hohe Fixkosten” charakterisierbar sind. Auf Seite 84 wird kurz die Zirkulationssphäre gestreift: “Die Neoklassiker unterlagen in dieser Debatte, es entstand ein neuer Konsens, der von einem breiten politischen Spektrum getragen wurde, bis hin zu den Nationalsozialisten.... Der Staat, die Zentralbank, aber auch private Banken sollten das Geldangebot erhöhen, durch Kredite oder die Notenpresse, und damit Liquiditätsengpässe, die durch mangelnde Nachfrage entstanden, kompensieren.” Schumpeter wird zitiert mit den Worten: “Der Kredit zieht die Güter aus dem Nichts heraus.” (beide S.83/84).

   Bierl hinterfragt diese Aussagen nicht und erkennt auch ihre Tragweite für das Verhältnis von Produktion und Zirkulation nicht. Er stellt lediglich fest: “Die Industrialisierung steigerte die Güterproduktion ... enorm, ebenso die Produktivität in der Landwirtschaft. ... Dennoch verelendeten Massen von Menschen.” (S.84) Bierl betrachtet ausschließlich das Ergebnis einer Verteilung und führt sie ausschließlich auf die Eigentumsverhältnisse zurück. Er differenziert dabei nicht zwischen dem Eigentum an Gütern, die sich nicht durch menschliche Arbeit vermehren lassen, und solchen Gütern, die durch menschliche Arbeitskraft hergestellt bzw. vermehrt werden können, nämlich Produktionsmittel im allgemeinen wie etwa Häuser, Maschinen, Transportwege usw. Neben ihnen hat Eigentum an “nichtvermehrbaren” Gütern – Boden in erster Linie – einen völlig anderen Charakter. Dieses Eigentum ermöglicht einen Rentenfluss; sehr knapp ausgedrückt heißt das: Aufgrund des Angewiesen-Seins aller Menschen auf die Nutzung des begrenzten Bodens (und der Naturressourcen allgemein) – direkt und indirekt – ist es den Eigentümern oder denjenigen mit alleinigem Verfügungsrecht möglich, anderen die Nutzung nur gegen Zahlung zu erlauben.

   Man kann das “Erpressung” nennen – Bierl gebraucht diesen Begriff häufig, Gesell hat ihn auch gelegentlich verwendet. Bei den heutigen Anhängern dieser Theorie taucht er jedoch nur noch selten oder gar nicht mehr auf. Dies beruht darauf, dass es bei der Erzielung ökonomischer Renten nicht um eine persönliche Willkür einzelner überlegener Personen gegenüber vielen unterlegenen Personen geht. Vielmehr resultieren ökonomische Renten aus einer strukturellen Schieflage, die auch auf der bereits jahrhundertealten Eigentumsstruktur am Boden beruht. Immerhin ist “Das wichtigste aller Produktionsmittel ... der Grund und Boden.” so Franz Oppenheimer in einer kritischen Würdigung der “Allgemeinen Theorie...” von John Maynard Keynes[1]. Die ökonomischen Folgen dieser Schieflage können nicht hinreichend durch menschliches Verhalten – etwa Gier, Erpressung, Machtgelüste, Geltungssucht –erklärt werden Ähnlich hatte Marx schon den Begriff der “Charaktermaske” geprägt. Beizukommen ist dieser strukturellen Schieflage nur durch Analyse der Zusammenhänge und daraus abgeleiteten Vorschlägen zur Veränderung der strukturellen Rahmenbedingungen des Wirtschaftens.

Der missverstandene Sinn einer Reform des Geldes 

   Wie beim Boden aus der Verfügungsmacht einer Minderheit über ein Gut, auf das alle angewiesen sind, ein Rentenfluss resultiert, ist auch beim Geld bzw. Zahlungsmittel diese Sicht einer “relativen Knappheit” nützlich: Wer das Zahlungsmittel in Händen hat, hat (ökonomische) Macht, denn alle anderen sind auf die Nutzung des Zahlungsmittels angewiesen. Selbstverständlich ist das Ausmaß dieser Macht auch abhängig von der Menge der Zahlungsmittel in den Händen einzelner: wer gerade monatlich so viel Einkommen hat oder selbst dafür nicht genügend, dass der direkte Lebensunterhalt beschafft werden kann, wird diese Summe regelmäßig schnell ausgeben. Er oder sie hat sehr wenig Anteil an dieser ökonomischen Macht. Diese Macht konzentriert sich anderswo. Bierl schreibt auf S.86: “Einerseits übernahm Gesell das Say’sche Gesetz, wonach sich jedes Angebot seine Nachfrage schafft.” Genau an dieser Stelle kommt die Frage der Verwendung der Einkommen ins Spiel: Zum einen spiegelt sich das Say’sche Gesetz in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung in der Identität von Entstehungsseite und Verwendungsseite[2]. Alle Summen, die zur Herstellung des (Gesamt-)Produkts aufgewendet werden und die daher den “Kostpreis” des (Gesamt-)Produkts bilden, sind gleichzeitig an anderer Stelle Einkommen. Einzelwirtschaftlich werden in den “Kostpreis” Kapitalkosten, “Unternehmerlohn”, andere Löhne, Kosten der Vorprodukte, Gewinn, Steuern u.a.m. nicht immer differenziert einkalkuliert. Die in diesen Kosten enthaltene (Boden-)Rente ist überhaupt nicht sichtbar! Dieses (Gesamt-)Einkommen ist vom Prinzip her in der Lage, das Gesamt-Angebot zu kaufen – so wie dies Say formuliert hat. Allerdings beobachtet Gesell (und nicht nur er!) im Unterschied zur Klassik und Neoklassik, dass die Einkommen nicht stetig und regelmäßig zu Nachfrage werden. Diese Umsetzung in Nachfrage nach Gütern aus dem Produktionsstrom (im Unterschied zu Gütern im Bestand) hat verschiedene Bestimmungsgründe, die insgesamt zu einer Änderung der Geldumlaufgeschwindigkeit führen. Keynes hat in diesem Zusammenhang den Begriff der “Liquiditätspräferenz” geprägt: Es hat einen eigenen “Wert”, liquide zu sein. Allerdings kann dieser “Wert”, der sich selbstverständlich ökonomisch niederschlägt, von denen nicht genutzt werden, die ihr gesamtes regelmäßiges Einkommen sowieso rasch ausgeben (müssen). Den ökonomischen bzw. finanziellen Niederschlag dieses “Werts" könnte man – analog zur Bodenrente – eine “Geldrente” nennen: Diejenigen, die auf die (kurzzeitige) Nutzung des Zahlungsmittels angewiesen sind, um in den Besitz der eigentlich benötigten Güter zu kommen, sind bereit bzw. müssen in der Lage sein, einen “Aufpreis” für die zeitweilige Überlassung des Zahlungsmittels zu bezahlen. Dieser Aufpreis fließt in unterschiedlicher Gestalt denjenigen zu, die bereits über “überschüssige” Zahlungsmittel verfügen. Die allgemeine Bezeichnung als “Zahlungsmittel” vermeidet den alleinigen Bezug auf Bargeld. Zu Zeiten Gesells hatte Bargeld größere Bedeutung als heute, die prinzipiellen Zusammenhänge sind aber davon unberührt. Auch der Begriff der “Hortung” wird inzwischen wesentlich differenzierter belegt[3]. Gesell hat gerade die Phänomene “Deflation” und “Inflation” in ihren Wirkungen für das Wirtschaftsgeschehen sehr genau beobachtet, obwohl Bierl das Gegenteil behauptet (S.82): Wenn Einkommen zurückhaltender ausgegeben werden (bspw. beim “Angstsparen”[4]), hat dies sofort eine bremsende Wirkung auf die Konjunktur (‚Konjunktur‘ bedeutet wörtlich “Zusammenbindung” zwischen Nachfrage und Angebot). Mangelnde Nachfrage hat schnell Folgen: Es werden Preise gesenkt, um wenigstens noch ein bisschen an dieser sinkenden Nachfrage teilhaben zu können. Dieses Verhalten des Handels und der Produzenten führt aber auch rasch zu Entlassungen, Betriebsschließungen und Insolvenzen, denn längerfristig können Verkaufspreise nicht unter Kostpreise gesenkt werden. So verschärft sich die prekäre Lage erneut. Die “Deflationsspirale” ist daher zurecht unter Ökonomen und in der Politik sehr gefürchtet. Dabei ist streng zu unterscheiden zwischen einem gesamtwirtschaftlichen Sinken des Preisniveaus und einzelwirtschaftlich oder branchenspezifisch sinkenden Preisen. Das erste ist Deflation, das zweite nicht. Das zweite ist z.B. Folge von technischen Entwicklungen und/oder verbunden mit einem Steigen des speziellen Angebots. Der Deflation kann nicht einfach durch eine Ausweitung der Geldmenge begegnet werden. In Japan hat sich diese Aussage bestätigt: Rezession in Japan 1990er Jahre[5]. Bierl schreibt: “Gleichwohl ging es Gesell keineswegs bloß um Papiergeld, sondern er versteifte sich darauf, dass Geld generell wertbeständig sei, so dass ‚Geldbesitzer‘ Zinsen von den Besitzern verderblicher Güter und Arbeitskraft erpressen würden.” (S.88)

   Im Kern geht es in der Geldreform darum, dafür zu sorgen, dass Einkommen rasch und gleichmäßig zu Nachfrage nach Gütern aus dem Produktionsstrom wird. Anders ausgedrückt: Auf den Gütermärkten herrscht bislang ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das man so beschreiben kann: Wer Güter anbietet, MUSS verkaufen; andernfalls entstehen (zusätzliche) Kosten; wer Geld anbietet, KANN kaufen. Auch dieses strukturelle Ungleichgewicht hat ökonomische Konsequenzen, und zwar zugunsten der Geldhalter. Es ist Ziel der Geldreform, durch strukturelle Änderungen des Geldes, nämlich durch Umwandlung des (kostenfrei) hortbaren Geldes in eines, dessen Hortung direkt mit Kosten verbunden ist, dieses Ungleichgewicht auf den Gütermärkten ins Gleichgewicht zu bringen. Was Bierl S. 89 schreibt, stimmt mit Bezug auf das Geld in einer Weise: “Das ist der rote Faden der Freiwirtschaft.” Geld, das Zahlungsmittel, das Zirkulationsmittel ist den Gütern bislang noch überlegen. Aber Bierl personalisiert diese strukturelle Eigenschaft des aktuellen Geldes. Er schreibt: “Gesell unterstellt wieder und wieder, die Geldbesitzer seien die Stärkeren.” (S.89) Gesell mag mit seinem Stil dieser Personalisierung sogar Vorschub geleistet haben. Für das Verständnis des Gedankens ist die Personalisierung aber unwichtig und sogar störend.

   Aus diesem strukturellen und eben nicht personalen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ergibt sich eine weitere Konsequenz, die Dieter Suhr klar herausgestellt hat: Geld hat einen “gespaltenen” Wert: Auf Gütermärkten gehen im Kaufakt Äquivalente gegenläufig von Hand zu Hand, aber auf Geldmärkten erzielt Geld einen zusätzlichen Wert. Suhr hat in seiner Schrift: “Kapitalismus als monetäres Syndrom"[6] in einer Auseinandersetzung mit dem Marxschen Werk diese Sichtweise als bei Marx bereits rudimentär angelegt herausgearbeitet. Bierl bezeichnet Suhr hingegen als einen “der zu den Revisionisten gerechnet werden kann. Er kritisiert die Lehre als ‚geldtheoretisch nicht zutreffend, sondern geradezu irreführend‘. Geld zu horten sei ‚in der Regel unsinnig‘, weil einem Erträge entgingen, die man eingestrichen hätte, wenn man es richtig anlegen würde.” (S.211)

   Auch an dieser kurzen Sequenz wird deutlich, dass Bierl zum einen den Gedanken der Geldreform nicht verstanden hat, vielleicht auch nicht verstehen will, und zum anderen Suhrs Beschäftigung damit und seine Wertschätzung dieser Gedanken nicht kennt bzw. nicht versteht. Der o.g. Text von Suhr ist auch deshalb von Interesse, weil sich dort zeigt, dass Marx auf den Markt als das am besten geeignete Mittel für den Austausch hinweist: “Ohne Austausch findet keine angemessene Bewertung der Arbeit statt. Denn die Waren ‚müssen sich als Gebrauchswerte bewähren, bevor sie sich als Werte realisieren können. Denn die auf sie verausgabte menschliche Arbeit zählt nur, soweit sie in nützlicher Form verausgabt ist. Ob sie anderen nützlich (ist), ihr Produkt daher fremde Bedürfnisse befriedigt, kann aber nur ihr Austausch beweisen.‘ (S.100f)” (Suhr a.a.O. S.89) Man könnte daraus folgern, dass man also auch mit Marx sehr wohl zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus differenzieren kann – wenn man denn will.

    Es trifft auch nicht zu, dass Gesell oder die Anhänger der Geldreform von einem grundsätzlich wertbeständigen, also inflationsfreien Geld für die Begründung der Theorie ausgehen, wie dies Bierl wiederholt schreibt (S. 85, 86, 88, 90, 95, 97, 98). Es gibt sogar aus den Kreisen der heutigen Anhänger der Geldreform den Vorschlag der “dosierten Inflation”[7], die als “zweitbeste Alternative” angesehen wird. Es geht dabei gerade nicht um schwankende Inflationsraten, die Bierl als Widerlegung der Thesen erwähnt (z.B. S.86), sondern um die Herstellung einer festen Inflationsrate als Aufgabe der Zentralbank. Die Erwartung einer festen Inflationsrate ermögliche es, Lohnforderungen daran auszurichten. Sie ermögliche es auch, Gleitklauseln in Kreditverträge einzubauen, die die Benachteiligung der Gläubiger gegenüber den Kreditnehmern durch Inflation ausgleichen. Was wäre also gewonnen gegenüber einem stabilen Geldwert, wenn diese beiden Problemkreise auflösbar sind entsprechend stabilem Geldwert? Der Vorteil liegt in der Verhaltensänderung der Geldhalter. Je stärker sie kurzfristige Mittel halten, um so stärker ist der Inflationsverlust zu spüren, wohingegen er eben bei längerer Festlegung durch Gleitklauseln (Inflationsaufschlag) ausgeglichen werden kann. Diese Verteuerung im kurzfristigen Bereich ist das Instrument, das die Verhaltensänderung hervorrufen soll: Es ist die zweitbeste Lösung. Die beste ist, direkt die Haltung flüssiger Zahlungsmittel mit Kosten zu belegen, proportional zu Haltedauer und Summe. Dies ist der eigentliche Kern des Geldreform-Gedankens. Er ist unabhängig von der Form des Zahlungsmittels – bar oder unbar – , allerdings gestaltet sich diese Haltungsgebühr bei Bargeld etwas schwieriger. Die Aussage Bierls, das “Horten zu Hause [ist] ... Prämisse der gesamten Freiwirtschaftslehre.” (S.113) ist nicht haltbar. Und gleichzeitig hat diese “Hortung” sehr wohl Bedeutung, z.B. bei den 500er Geldscheinen.[8]

   Noch eine Ergänzung zu den Inhalten Bierls auf S. 86: Hier wird deutlich, dass ihm die Unterscheidung zwischen gesamtwirtschaftlichen und einzelwirtschaftlichen Phänomenen fremd ist. Der Preis vermittelt einzelwirtschaftlich oder branchenspezifisch zwischen Angebot und Nachfrage; dies ändert aber nicht den Wert des Geldes, seine gesamtwirtschaftliche Kaufkraft. Seine Kaufkraft ändert sich dann, wenn gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge variieren: In erster Linie führt das Schwanken des (Gesamt-)Geldangebots zu Inflation bzw. Deflation, und erst in zweiter Linie reagiert das (Gesamt-)Güterangebot auf diese Schwankungen. Außerdem ist auch “Geldangebot” von der “Geldmenge” zu unterscheiden. Da mögen Gesell-Zitate widersprüchlich erscheinen – der Kerngedanke bleibt davon unberührt. 

Strukturelle Schieflage auf dem Arbeitsmarkt 

Bierl macht dann einen Exkurs zu Marx, der mit den Worten beginnt: “Marx zufolge sind die menschliche Arbeitskraft und die Natur die einzigen Quellen gesellschaftlichen Reichtums.” (S.91) Wenn im Begriff “Arbeitskraft” auch Kreativität, Ideenreichtum, Forscherdrang u.ä. inbegriffen sind, benötigt es nach Meinung der Rezensentin für diese Aussage keiner Referenzen: Es ist Menschheitswissen. Allerdings ist zuzugestehen, dass auch die verschiedenen ökonomischen Schulen dies unterschiedlich sehen.[9] Eine andere Frage ist die der “Entlohnung” der verschiedenen Faktoren des Produktionsprozesses. Dazu sei auf eine Schrift von Otto Conrad: “Todsünde der Nationalökonomie"[10] von 1934 verwiesen. Der Kern dieser Textpassage kann kurz so zusammengefasst werden: ausschließlich die menschliche Arbeitskraft hat eigentlich ein Recht auf Entlohnung. Weder Bodeneigentümer noch Kapitaleigentümer haben ein Recht daran. Warum erhalten sie dann trotzdem einen “Lohn”? Wegen ungleicher Machtverhältnisse. Diese Verhältnisse sind struktureller Art, sie sind nicht personalisierbar, obwohl die “Entlohnung” natürlich immer Personen zufließt und obwohl sich aus struktureller Macht natürlich auch konkrete Macht herausbildet.

   Bierl referiert Marx, indem er schreibt: “Die Arbeiter produzieren ... Güter (P), deren Wert (W‘) höher liegt als der der Arbeitskraft, ausgedrückt im Lohn, und der verwendeten Produktionsmittel. Diese Produkte muss der Kapitalist verkaufen, um sein ursprünglich investiertes Geld und den Mehrwert (G‘) zu realisieren. Ausbeutung analysierte Marx damit als völlig moralfreies, strukturelles Ergebnis der Produktionsverhältnisse.” (S.92) Es erheben sich Fragen: Was ist bei Unverkäuflichkeit des Produkts bzw. welche Bedeutung hat die Zirkulationssphäre? Warum lassen sich die Arbeiter so über die Löffel balbieren, denn auch sie wissen, dass sie Mehrwert erschaffen? Es hat mit ihrer strukturellen Ohnmacht gegenüber dem dominierenden Kapitalmarkt zu tun. Am Arbeitsmarkt geht es um Zahlungen, um Geldflüsse, und wer kein Geld, aber Hunger hat, sitzt am kürzeren Hebel. Daher akzeptieren die Arbeiter die “zu geringe” Entlohnung. Es sei an dieser Stelle erneut mit Franz Oppenheimer auf die Verbindung zur Bodenproblematik verwiesen. Oppenheimer schreibt sinngemäß: Erst die volle Besetzung des Landes und Unzugänglichkeit für freie Siedler ermöglicht die grobe, klassenbildende Ungleichheit im Vermögen und daher auch im Einkommen.[11] 

Der Kapitalzins als untergeordneter Bestandteil des Profits? 

Bierl schreibt weiter: “Für Marx ist der Zins jener Teil des Profits, den der Geldkapitalist dafür bekommt, dass er einem industriellen Kapitalisten Geld leiht, das dieser produktiv anwendet.” (S.93) Auch hier ist zu fragen: Warum ist der industrielle Kapitalist überhaupt bereit, einen Teil des realisierten Mehrwerts bzw. des Profits an den Geldkapitalisten abzuführen? Es hat wieder mit Macht zu tun. Wer über Liquidität verfügt und sie anderen zeitweise überlässt (Kredit), tut dies (unter aktuellen Verhältnissen) nur, wenn dieser zeitliche Verzicht auf die Liquidität hinreichend vergütet wird. Die Schuldner sind zur Zahlung eines “Aufpreises” bereit, weil sie auf die kurzfristige Nutzung des Zahlungsmittels angewiesen sind und anders ihnen diese Nutzung nicht möglich gemacht wird. Dies ist beim Konsumentenkredit nicht anders als bei der Industriefinanzierung und bei der Einwerbung von Eigenkapital. Vermittelt über das Zentralbankgeld sind auch die Geschäftsbanken bei ihrer Kreditvergabe auf eine längerfristige Festlegung der Mittel des Publikums angewiesen – und lassen es sich dem entsprechend etwas kosten!

   In den angeführten Zitaten wird auch die grundlegende Bedeutung der Realisierung des Mehrwerts in der Zirkulationssphäre deutlich. Sie zeigt – mit anderen Worten – die Bedeutung der zahlungskräftigen Nachfrage nach den produzierten Gütern, oder auch die Bedeutung der Konjunktur. Analog zur “völlig moralfreien Analyse von Marx” in der Darstellung von Bierl ist auch die hier skizzierte Analyse der strukturellen Macht im aktuellen Geldsystem völlig moralfrei. Die Äußerung “Die Vorstellungen der Freiwirte und ihr Hass auf Banker und Spekulanten sind nicht bloß Ausdruck von Ignoranz, sondern knüpfen an bestimmte Strukturen und Abläufe an.” (S.93) sind hingegen die Vorstellungen von Peter Bierl.

   Für die hier geführte Darlegung des Geldsystems benötigt es auch keine “Utopie einer Gesellschaft von lauter selbständigen Produzenten” (S.94). Für die Utopie eines Geldes, das die Aneignung von Mehrwert unterbindet, braucht es “nur” konkrete Vorschläge, wie das Zahlungsmittel ähnlich “zu Markte getrieben” werden kann wie die Güter. Erst dann kann das Say’sche Gesetz real wirksam werden, obwohl seine Aussage abstrakt richtig ist. Wirkungsvoll sind in einer durch Geld vermittelten Wirtschaft in erster Linie monetäre Anreize. Deshalb ist es schlüssig, die Geldhaltung – bar oder unbar – mit geringen Kosten zu belasten, den “carrying costs” oder “Durchhaltekosten" bei Keynes. Dies fördert zunächst die kontinuierliche Weitergabe des Zahlungsmittels, also Konjunktur, und es fördert auch die Bereitschaft der Geldhalter, zeitweise auf die Vorteile der Liquidität zu verzichten, denn diese Vorteile sind dann mit Kosten verbunden. Wesentlich in der Geldreformtheorie ist die Bedeutung der Konjunktur, die kurzfristiges, aber dauerhaftes Resultat der Maßnahme ist. Dauer-Konjunktur hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, auch dies kurzfristig und anhaltend. Die zinssenkende Wirkung durch größeres Angebot von längerfristig festgelegten Mitteln des Publikums ist ein nachfolgendes Resultat, das die Position der Arbeit gegenüber dem Kapital stärkt und mittel- und langfristig eine Überwindung des Lohnarbeitsverhältnisses vorbereitet.  

Tendenzieller Fall der Profitraten und negative Realzinsen 

Bierl weist zurecht darauf hin (S.96), dass gegenwärtig Gelder auch angelegt werden, obwohl die Realzinsen teilweise bereits negativ sind. Zum einen ist der langfristig fallende Realzins die Folge der zunehmenden Kapitalfülle in Europa nach mehr als 60 Jahren eines wirtschaftlichen Wachstums. Wer dann sichere Geldanlagen sucht, ist schließlich auch mit Abschlägen einverstanden. Dieser sinkende Realzins weist eine Ähnlichkeit mit dem Marx’schen “tendenziellen Fall der Profitrate” auf. Und in der Tat ist dieser sinkende Realzins direkt und indirekt Ursache von Krisen: mangelnde Investitionen in Realkapitalien, Überschuldung, zunehmende Spekulation. Bierl weist nicht auf die zunehmenden Summen der Spekulation als eine Folge dieser Kapitalfülle hin. Eine solche Verwendung der Einkommen in der sog. “störenden Sparform” wurde bereits im zitierten Text von Christopher Mensching (vgl. FN 2) aufgezeigt, verbunden mit dem dortigen Hinweis auf die schädlichen Wirkungen auf die Konjunktur. Bierls Hinweis auf die in der Schweiz in nur noch kurzlaufenden Staatsanleihen angelegten 9 Mrd. Franken (ca. 7,41 Mrd € bei einem Kurs von 1:0,82 am 05.04.2013) unterstreicht geradezu, dass die Gelder (Geldmenge M1 im April 2013 in der Eurozone: 5.173 Mrd €)[12] weit überwiegend eben nicht längerfristig festgelegt sind. Diese große Summe an kurzfristigen Geldern kann als Indiz einer mangelnden Bereitschaft des Publikums gewertet werden, Gelder längerfristig festzulegen. Sie sind außerdem ein Hinweis auf einen starken Hang zur spekulativen Verwendung. Längerfristige Festlegung von Mitteln dagegen erleichtert und vergünstigt somit tendenziell die Vergabe z.B. von Unternehmenskrediten durch die Geschäftsbanken. Deshalb lassen sie sich ja diese längerfristige Festlegung auch etwas kosten! Unternehmenskredite wiederum führen über bessere Auslastung der Kapazitäten und Nachfrage nach Investitionsgütern zu verbesserter Konjunktur, ebenso wie auch die verstärkte Nachfrage nach menschlicher Arbeitskraft wiederum Ursache und Folge einer besseren Konjunktur ist. 

Wer trägt die Kosten einer Geldumlaufsicherungsgebühr? 

In einer Weise hat Bierl recht: Freiwirtschaft ist Marktwirtschaft. Aber sie ist keine kapitalistische Marktwirtschaft mehr! Auch ist seine von Jürgen Kaun übernommene Warnung unbegründet, “dass der Schwund als Hortungssteuer die ärmeren Schichten besonders träfe, die fast ihr gesamtes Einkommen für die Lebenshaltung ausgeben müssten.” (S.101) Gerade diejenigen, die ihr gesamtes monatliches Einkommen rasch, also z.B. innerhalb eines Monats ausgeben, sind von diesen Kosten nur in sehr geringem Maße betroffen. Dazu ein Beispiel: bei einem monatlichen Netto-Einkommen von 1000,- € und 400,- € für Miete, die sofort mit Ankunft des Einkommens auf dem Girokonto bezahlt werden und von diesem Girokonto verschwinden, verbleiben 600,- € für laufende Ausgaben. Nur diese 600,- € werden also bei diesem Einkommensempfänger mit der Gebühr belastet. Wenn man annimmt, dass diese 600 € gleichmäßig über den Monat verteilt ausgegeben werden, heißt das: am 1.Tag werden 600 € belastet, bei gleichmäßiger täglicher Abnahme von 20 € dann am zweiten 580 €, am 30.Tag 0 €. Die Gesamtbelastung ist dann so wie bei konstant 300 € auf dem Konto. Wenn die Gebühr beispielsweise mit 6% pro Jahr, also ½ % pro Monat angesetzt wird (diese Festsetzung für einfache Rechnung!), betragen die Kosten pro Monat 1,50 €. Es ist offensichtlich, dass die Belastung bei höherem Einkommen und mehr Mitteln für die laufenden Ausgaben höher ist.

   Bezüglich der Bedeutung eines Niedrigst-Zinsniveaus ist außerdem zu bedenken, dass auch die Zinsen, die der Industriekapitalist an den Geldkapitalisten abführt, wie Bierl Marx zitiert, vom Käufer des Produkts, also den Endkonsumenten, aufzubringen sind. Der Industriekapitalist finanziert ja sämtliche Kosten, insbesondere auch die Kapitalkosten, durch die Preise der abgesetzten Güter. Auch Staatsschulden sind bei sinkendem Zinsniveau für die Steuerzahler weniger teuer. Insofern sind von einem stabil niedrigen bis verschwindenden Zinsniveau direkt und indirekt gerade die Bezieher kleiner Einkommen günstig beeinflusst. Und generell ist zu berücksichtigen, dass in jeder Volkswirtschaft das Geldzinsniveau (für langfristige Anlagen) weitreichende Bedeutung hat: Es ist die untere Schranke für die Rentabilität jeder wirtschaftlichen Tätigkeit. In diesem Sinn unrentable Tätigkeiten unterbleiben. 

Bodenordnung 

Nach dieser ausführlichen Beschäftigung mit Kapitel 3 von Bierls Buch ist es notwendig, auch die “Bodenreform” im Gesell‘schen Denkgebäude zu betrachten. Denn es ist logisch schlüssig, aufgrund von Maßnahmen, die mittelfristig zu einem Niedrigst-Zinsniveau führen sollen, die Problematik der Bodenrente (und der Renten aller Naturressourcen) zu betrachten.

   Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass zunehmende Kapitalfülle zu einem sinkenden Realzinsniveau führt. Der (nicht nur) spekulative Erwerb von Vermögensgütern (“Assets”), nicht von Investitionsgütern, ist daher zunehmend interessant. Der Kauf oder die langfristige Pacht von Boden ist somit für kaufkräftige Geldanleger besonders attraktiv. Neben “traditionellem” Großgrundbesitz nehmen die Berichte über das “Landgrabbing” in den letzten Jahren erschreckend zu.[13] Wenn die “Geldrente”, also der Realzins sinkt, wird die Bodenrente mehr und mehr zum sicheren Anker. Anders als das (Geld-)Zinsniveau kann aber das (Gesamt-)Niveau der Bodenrente nicht bis auf Null absinken, denn Boden ist ein “knappes Gut”, das nicht durch menschliche Arbeit vermehrt werden kann, auf dessen Nutzung aber alle angewiesen sind. Dass die Bodenrente nicht in die privaten Taschen gehört, ist eigentlich auch Menschheitswissen, der Volkswirt Otto Conrad bringt dies in seiner o.g. Schrift (FN 8) sehr prägnant auf den Punkt. In den kommunistischen Revolutionen wurde der Boden verstaatlicht, vermutlich auch aus diesem Grund. Einige der Bodenreformer des 19. und 20. Jahrhunderts, die Bierl im 2. Kapitel seines Buches aufzählt, darunter Henry George S.61 ff, Michael Flürscheim S.63 ff, Theodor Hertzka S.64 ff, Franz Oppenheimer S.66 ff, Adolf Damaschke S. 68 ff, machten im Hinblick auf diese Problematik der privaten Aneignung der Bodenrente den Vorschlag, private Bodennutzung zwar zuzulassen, sie aber mit einer laufenden Zahlung an die Allgemeinheit zu verbinden. Diese konnte die Form einer Steuer (z.B. die “Single Tax” bei Henry George) oder Erbpachtzahlungen annehmen. In der Verwendung des Zahlungsaufkommens favorisierte George eben die Steuerlösung, dagegen schlug bereits im 18.Jahrhundert Thomas Spence eine Rückausschüttung gleichmäßig pro Kopf vor.[14] Gesell, der zunächst auch diese gleichmäßige Rückausschüttung empfohlen hatte[15], entschied sich dann in späteren Schriften für die Verwendung der Bodenrente als “Mütterrente”. Die heutigen Unterstützer des Gedankengutes von Gesell verweisen überwiegend auf die Verwendung der Bodenrente als gleichmäßige Rückausschüttung an alle Menschen.[16]

   Leider würdigt Bierl diese grundsätzliche Bedeutung der Bodenordnung überhaupt nicht. Den Vorschlag von Henry George weist er mit einer kurzen Bemerkung von Marx ab, der das als “Humbug” bezeichnet habe. (S.61) Bemerkenswert ist, dass inzwischen moderne Ökonomen wie z.B. Joseph Stiglitz (wieder) diese Bedeutung der Bodenrente betonen.[17]

   Im 2. Kapitel entsteht der Eindruck, dass Bierl stärker an unerträglichen Äußerungen der zitierten Bodenreformer interessiert ist als an einem wirklichen Verständnis der Relevanz der Bodenrente. Gerade beim Marx-Zitat bezüglich Henry George wird deutlich, dass der Unterschied zwischen Stadt und Land in der Bodenrente und daraus folgend in den Bodenpreisen als kapitalisierte Bodenrente nicht wahrgenommen wird.

   Das 4. Kapitel, das laut Einleitung der Bodenreform gewidmet sein sollte, wird ihr in keiner Weise gerecht. Es besteht aus einer Sammlung von Zitaten, die die “sozialdarwinistisch-eugenischen Vorstellungen” Gesells als “zentrale Motive seines Werks” (S.118) belegen sollen. Die angeführten Zitate sind abstoßend. Fraglich ist aber, ob diese Vorstellungen, wie Bierl sie darstellt, für die Fundierung der Bodenreform oder des Geldreformgedankens wirklich essentiell oder notwendig sind. In der Betrachtung zu Kapitel 3 wurde dies bereits für die Geldreform widerlegt. Ebenso zeigt sich das bei sachlicher Betrachtung des Bodenreformgedankens, insbesondere wenn die Verwendung als Ausschüttung an alle konzipiert wird. Selbst wenn Gesell rassenhygienische Vorstellungen mit der Bodenreform verbunden haben sollte, bleibt der ökonomische Kern davon unberührt. Bierl schreibt auf S. 140: “Während die Frage, ob Gesell Sozialdarwinist, Eugeniker und Rassist war, bejaht werden muss, fällt das Urteil in puncto Antisemitismus differenzierter aus.” Es ist erfreulich, dass Bierl immerhin dies konzediert. Eine zu Gesells 150. Geburtstag im März 2012 erschienene Auswahl aus seinen Werken zeigt seine eindeutige Ablehnung des Antisemitismus. Weiterhin zeigt sie, dass Gesell auch zu rassistischen Ideologien sehr viel mehr kritische Distanz hatte, als die Zitate Bierls glauben machen.[18] Angemessener als die Überbetonung der Schwächen im Denken Gesells wäre eine historisch-kritische Rezeption des menschenrechtlichen Kerns der Bodenreformgedanken. Wichtig ist die “völlig moralfreie” bzw. besser sachliche Analyse des Geldsystems und der Bodenordnung und deren Anwendung und Weiterentwicklung für alle Naturressourcen. Wenn Bierl wiederholt schreibt (z.B. 19, 57, 75, 118 145, 151, 216), dieses Gedankengut liefere Anknüpfungspunkte für rechtes Gedankengut oder autoritäre Krisenverwaltung, so liefert er der rechten Szene geradezu eine Einladung, sich hier zu bedienen. Einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Gedankengut dieser Szene, die ihm den Nährboden entzieht, dient das wahrlich nicht.

   Vielleicht ist gerade in Deutschland nach der NS-Zeit und bei zunehmender ökonomischer Spaltung die Gefahr besonders groß, dass ein Gedankengut, das sich kritisch mit “Geld und Boden” beschäftigt, der rechten Szene als “gefundenes Fressen” erscheint. Um so wichtiger ist es dann aber doch, dass der sachliche Kern dieser Kritik herausgearbeitet wird! Es kann nicht ausbleiben, dass sich die Rechte dieses Themas bemächtigt, wenn die Linke jede Beschäftigung damit ablehnt oder gar verteufelt. 

Verirrungen von Geld- und Bodenreformern nach 1945

Die Zitate, die Bierl im 4.Kapitel anführt, sind wirklich nur schwer erträglich. Es entsteht trotzdem der Eindruck, dass Bierl auch hier ausschließlich “Unzulässiges” gesammelt und Positives aus der Geschichte der Geld- und Bodenreformbewegung nach 1945 weggelassen hat. Bierl erwähnt die Studie, die Hans Joachim Werner 1999 über die Partei “Freisoziale Union" (FSU) erstellt hat; er moniert, dass sich Creutz und Kennedy erst sehr spät von Otani distanziert haben, aber er verweist nicht auf die Veröffentlichung dieser Studie auf der Website sozialoekonomie.info in der Rubrik: Kritik & Antwort[19]. Diese Seite ging 2007 online, Ergänzungen folgten 2008. Die ausführlichen Texte dieser Seite zielen auf eine sachliche Auseinandersetzung mit den Fragen des Sozialdarwinismus sowie der Geld- und Bodenordnung.

   Im Unverständnis und Entsetzen über die Verknüpfung von z.B. Ernährungsfragen mit Fragen der Bevölkerungsentwicklung – um es vorsichtig auszudrücken! – ist die Rezensentin mit Bierl einig. Aber auch da erhebt sich die Frage: Wenn diese unerträglichen Verknüpfungen vorgenommen wurden – Theophil Christen: Tabak- bzw. Alkoholkonsum S.162; Gustav Simons: Vollwerternährung S.166; Obstbaugenossenschaft Eden bei Berlin: Biogemüse und -obst S.168 ff; Max Otto Bruker: gesunde Ernährung S.207 – , können dann stattdessen die Dinge auch auseinander genommen werden? Bierls Herangehensweise ist das nicht. So erscheinen Anliegen, die durchaus Sinn machen wie z.B. Vollwerternährung, Bioprodukte, Stärkung regionaler Wirtschaftsstrukturen (Kapitel 1 des Buches), als untrennbar mit unerträglichen Zielen verbunden. Dies steht dem in der Einleitung formulierten hohen Ziel – “Aufklärung, Information und politische Bildung” (S.10) – entgegen und macht Autor und Herausgeber unglaubwürdig.

   Bierl zitiert aus der “Magna Charta der sozialen Marktwirtschaft", ein 1951 vom “Freiwirtschaftsbund" (FWB) veröffentlichtes Papier: “Eine Mitbestimmung der Arbeiter im Betrieb wurde als Schritt zum Sozialismus verteufelt.” (S. 202) In einer Veröffentlichung mit dem Titel: “Geldreform und Unternehmensverfassung” schreibt im Jahr 2005 Fritz Andres, sicher einer der heutigen Vertreter und Weiterentwickler der Geld- und Bodenreform, die (auch) auf Silvio Gesell zurückgeht: “Das erfordert den Ersatz des Lohnverhältnisses durch Beteiligungsverhältnisse, durch die der Arbeiter in irgendeiner Weise am Ergebnis seiner Leistung und am Unternehmenserfolg beteiligt wird. Dadurch entsteht eine partnerschaftliche Beziehung zwischen dem Unternehmer und seinen Mitarbeitern.”[20] Das liest sich anders als Bierls tendenziöse Darstellung.

   Es ist Bierl zuzustimmen, wenn er einen Zusammenhang sieht zwischen den Wachstumsraten der Wirtschaft und dem geringem Erfolg des Geldreformgedankens: “Der FWB zerfiel, weil die Resonanz ... mit dem Wirtschaftswunder stark nachließ.” Und: “Das Unbehagen von Teilen der Mittel- und Oberschicht an Industrialisierung und Urbanisierung ... verflog mit dem einsetzenden ‚Wirtschaftswunder‘ in Westdeutschland, ebenso wie das Interesse an alternativen ökonomischen Modellen.”(S.203) Solange die Wachstumsraten der Wirtschaft auf stabilem Niveau höher sind als das Niveau der Geldzinsen – egal ob es bei 6%, 4% oder 2,5% (vgl. dazu S.96) liegt, was in einer Wiederaufbauphase wie der nach dem 2.Weltkrieg in Europa ohne weiteres um die 30 Jahre lang andauern kann – , tritt die Problematik noch nicht zutage. Danach wird sie erst schleichend und dann immer deutlicher spürbar. Die Reallohnsenkungen der letzten Jahrzehnte sowie zunehmende Firmenpleiten[21] zeigen, dass die Aufteilung des BIP zwischen Kapital und Arbeit zulasten der Arbeit geschieht und dabei auch verschiedene Kapitalfraktionen in Mitleidenschaft geraten, wenn dieses zu verteilende Ergebnis nicht mehr wächst. Die massive Arbeitslosigkeit zeigt, dass anscheinend das Kapital geringeres Interesse an der Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft hat, wenn die Realisierung des Mehrwerts in der Zirkulationssphäre immer weniger gelingt.

   Wenn Bierl Tristan Abromeit zitiert und dann schreibt: “Der Freiwirt nahm die neoliberale Politik vorweg” (S.208), so ist auch das eine verkürzte Sichtweise: Marktwirtschaft ist nicht identisch mit dem Neoliberalismus. Im Neoliberalismus wird z.B. nicht unterschieden zwischen “knappen Gütern” (Boden, Naturressourcen) und von Menschen herstellbaren Gütern. Der bereits zitierte Fritz Andres schreibt dazu sehr klar: “Von der Gemeinschaft müssen die Grenzen der zulässigen Nutzung des Bodens festgelegt werden. Eine entsprechende Notwendigkeit der Begrenzung gibt es auch für die Nutzung vieler anderer natürlicher Ressourcen. Die vordringliche Aufgabe ... besteht in der Festsetzung und Durchsetzung dieser Begrenzungen des Naturgebrauchs.”[22] Dieses Setzen der ökologischen Grenzen des Wirtschaftens muss außerhalb des Marktes durch eine demokratisch verfasste Politik geschehen.

   Auch im letzten Kapitel zeigt sich wieder eine mangelnde Bereitschaft Bierls zu differenziertem Denken und Urteilen: er referiert hier den bereits erwähnten Dieter Suhr und zitiert Fritz Andres in seiner Funktion als Vorsitzenden der Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung, deren Gründer Johannes Schumann war. Die Distanzierung, die 2007 veröffentlicht wurde, reicht Bierl nicht aus, und er meint dann: “Die Geld- und Bodenreform [war] ein Produkt des völkisch-lebensreformerischen Milieus.” (S.214) Diese Behauptung Bierls gewinnt auch durch Wiederholung nicht an Überzeugungskraft.

   Nachfolgend wird erneut der grundlegende Dissens deutlich, wenn Bierl schreibt: “Gemeinsam ist ... [der] Freiwirtschaft wie Attac, die beschränkte Vorstellung, es seien im wesentlichen Erscheinungen der Zirkulationssphäre für alle Übel dieser Welt verantwortlich.”(S.215) Eine Produktionssphäre, die auf Zwänge aus der Zirkulationssphäre reagiert, kann Bierl nicht denken. Sein Credo ist und bleibt: “Entscheidend ist die Verfügung über die Produktionsmittel.” (S.220) Von dieser Warte aus wirft er Faschismus und Neoliberalismus unterschiedslos in einen Topf und macht einen Rundumschlag, verleiht beiläufig dem Psychologen Carl Gustav Jung das Etikett “faschistisch”[23](S.217) und konstatiert gleich nachfolgend, dass der Vorschlag von Komplementärwährungen  “darauf hinausläuft, Bildung zu privatisieren und zu monetarisieren. ... [Er] passt ... gut ins Schema neoliberaler Deregulierung.” (S.218)

   Insgesamt macht Bierl mit diesem Buch erneut den Versuch, eine nicht-marxistische Analyse des Kapitalismus und dementsprechend andersartige Herangehensweisen zu seiner Überwindung in die braune Ecke abzuschieben. Stattdessen ist eine sachlich-differenzierte Auseinandersetzung erforderlich, die möglicherweise aber nicht wirklich gewollt wird, trotz des am Anfang des Buches geäußerten Anspruchs.

   Es besteht die Gefahr, dass durch Rundumschläge, wie sie Bierl austeilt, zum einen gerade in der Zielgruppe, die der Herausgeber anspricht, keine ernsthafte, auch kritische Auseinandersetzung mit dem ökonomischen Kern des Gedankenguts stattfindet: Es ist gebrandmarkt.

   Zum anderen erschwert es auch den Gruppen, die diesen ökonomischen Kern unterstützen und die dabei einen egalitären, antikapitalistischen, aber marktwirtschaftlichen Anspruch haben, das Eindringen von populistischen, ausgrenzenden Haltungen zu verhindern: Denn es besteht die Sorge, nun selbst ähnliche Ausgrenzung zu betreiben, wie es u.a. durch Bierls Vorwürfe das Gedankengut von Silvio Gesell erfahren hat.

Alwine Schreiber-Martens 



Anmerkungen

[1] http://www.franz-oppenheimer.de/fo37a.htm S. 439 des Originaltextes; gelesen 12.06.13 Der Text stammt von 1937 und trägt den Titel: Arbeitslosigkeit.

[2] Vgl. z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Volkswirtschaftliche_Gesamtrechnung   gelesen 14.04.13

[3] Vgl. z.B. Christopher Mensching: Geldhortung als Nachfrageausfall in der Stromgrößensphäre; in Zeitschrift für Sozialökonomie, Heft 142 (2004); http://www.sozialoekonomie-online.de/ZfSO-142_Mensching.pdf

[4] z.B.  http://de.wikipedia.org/wiki/Angstsparen   gelesen 11.04.13

[5] vgl. z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Deflation  gelesen 29.03.2013

[6] http://sozialoekonomie.info/Kritik___Antwort/Kritik___Antwort_2/AKG-2-4_Suhr/Suhr_Kapitalismus.pdf (1988)

[7] http://www.sffo.de/sffo/wieviel-inflation.html (2004)  gelesen 29.03.2013

[8]  http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/500-euro-note-kriminelle-lieben-grosse-schein e/8053634-2.html   gelesen 13.04.2013

[9] vgl. dazu z.B. Hans Christoph Binswanger: Die Wachstumsspirale; Metropolis 2006

[10] http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/conrad/Zur_Kritik_des_Produktionsfaktoren_Konzepts.pdf  gelesen 29.03.2013

[11] http://www.franz-oppenheimer.de/fo37a.htm S.447, gelesen 11.06.13.

[12] http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge   gelesen 05.04.2013

[13] vgl. z.B. http://www.oxfam.de/informieren/landgrabbing    gelesen 05.04.2013

[14] http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Spence    gelesen  05.04.2013

[15] Silvio Gesell, Die Verwirklichung des vollen Arbeitsertrags durch die Geld- und Bodenreform, in: Gesammelte Werke Band 4, Lütjenburg 1989, S. 76.

[16] vgl. z.B. Prof. Dr. Dirk Löhr: http://www.die-pluenderung-der-erde.de/41081/42203.html   (2008)

vgl. z.B. Fritz Andres: http://www.sffo.de/sffo/wieviel-erde.html#I_2._Gleichheit_und_Kostenlosigkeit (2000)

beide gelesen   05.04.2013

[17] vgl. z.B. http://globalchangenow.de/luxussanierungen-und-ressourcenbasiertes-grundeinkommen/ gelesen 06.04.2013

[18] Silvio Gesell: Reichtum und Armut gehören nicht in einen geordneten Staat; Werkauswahl zum 150. Geburtstag, zusammengestellt von Werner Onken; 2.überarbeitete Auflage 2012, Verlag für Sozialökonoomie

[19] http://www.sozialoekonomie.info/Kritik___Antwort/Kritik___Antwort_3/kritik___antwort_3.html

[20] http://www.sozialoekonomie.info/Kritik___Antwort/Kritik___Antwort_2/AKG-2-3_Andres/akg-2-3_andres.html zuerst veröffentlicht in Zeitschrift für Sozialökonomie Nr.145 - Juni 2005,;gelesen 13.04.2013

[21] z.B. in einer Meldung von 2002: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,203947,00.html gelesen 13.04.2013

[22] http://www.sffo.de/sffo/wieviel-erde.html#II._B._4._b_Verteiung_und_Begrenzung Dieser Text ist für Fragen der Bodenordnung, Bodenrente sehr ergiebig; gelesen 13.04.2013

[23] vgl. z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustav_Jung  gelesen 14.04.2013

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