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SOZIALÖKONOMIE.INFO

Roland Geitmann
Bibel, Kirchen und Zinswirtschaft
Überarbeitete Fassung eines Vortrags auf einer Tagung der „Internationalen Vereinigung fĂŒr NatĂŒrliche Wirtschaftsordnung“ am 10. September 1989 in Wuppertal-Neviges. – Zuerst veröffentlicht in der „Zeitschrift fĂŒr Sozialökonomie“ 80. Folge (1989), S. 17–24 und danach mehrfach nachgedruckt.

A.

Was Hunderttausende von ĂŒberschuldeten Haushalten in der Bundesrepublik, Tausende von Firmenkonkursen und dadurch bedingte Familientragödien um uns herum nicht vermochten, bewirken schließlich Hunger und Elend der hoch verschuldeten EntwicklungslĂ€nder wenigstens ansatzweise, nĂ€mlich dass einzelne Theologen sich öffent­lich an biblische Regeln ĂŒber Zinsen und Schuldenerlass erinnern (1), also daran, dass es verwerflich ist, sich an der Not anderer zu bereichern und mehr zurĂŒckzuverlangen, als man leihweise gegeben hat. Der weltweite Skandal, dass wir Reichen im Norden vom SĂŒden nicht nur Schuldentilgung verlangen, sondern auch Zinsen eintreiben, und zwar mehr, als wir Entwicklungshilfe leisten, kann vielleicht auch den Blick dafĂŒr schĂ€rfen, dass solche Ausbeutung Grundprinzip unserer Wirtschaft geworden ist. Noch wird kaum erkannt, dass in allen Preisen ein erheblicher Zinsanteil steckt, dass vier FĂŒnftel der Verbraucher viel mehr Zinsen zahlen als sie je einnehmen, dass die Verzinsung des Anlagekapitals zu exponentiellem Wachstum unserer Wirtschaft zwingt und damit der Treibriemen ist fĂŒr Umweltzerstörung, Technisierung, Arbeitslosigkeit, Verarmung, Staatsverschuldung und militĂ€rische RĂŒstung. (2)

Die tödlichen Auswirkungen solcher auf Habsucht und Ausbeutung fußenden Wirtschaftsweise sind der Menschheit im Prinzip seit Jahrtausenden bekannt; Babylon, Ägypten und Rom, aber auch das alte Israel der Könige liefern dafĂŒr Anschauungsmaterial. Deshalb kann nicht ĂŒberraschen, dass sich Regeln zur Geld- und Bodenordnung, und dabei insbesondere das Zinsverbot, wie ein roter Faden durch die Religionsgeschichte, insbesondere auch das Christentum, ziehen. In einer Zeit, welche diese Weisheiten nahezu völlig vergessen hat und in der sich die Folgen dessen dramatisch zuspitzen, mag es hilfreich sein, sich der Erkenntnisse frĂŒherer Jahrhunderte zu erinnern und daraus Impulse fĂŒr die Suche nach einer gerechten Ordnung zu entnehmen.

B.

Das jĂŒdisch-christliche (und auch im Koran verankerte) Zinsverbot hat eine 3000 Jahre alte Geschichte. Theologen der letzten 150 Jahre neigen dazu, die Bedeutung dieses Verbotes rĂŒckwirkend zu relativieren und das Anliegen als ĂŒberholt darzustellen. Deswegen sind viele Interpretationsfragen in dieser Ideengeschichte umstritten. (3)

1  Bibel

1.1   Altes Testament

Das Ă€lteste, nĂ€mlich das zweite Buch Mose (Exodus) verbietet in Kap. 22 Vers 24/5 das Zinsnehmen: "Wenn du Silber leihst einem aus meinem Volke, dem Armen neben dir, sei gegen ihn nicht wie ein Schuldherr; legt ihm nicht Zins auf.“

In der jĂŒngeren Quelle des dritten Buches Mose (Leviticus) heißt es im Kap. 25 Vers 35-37: „Und wenn dein Bruder verarmt und seine Hand neben dir wackelt, so sollst du ihn festhalten wie einen Fremdling und Beisassen, auf dass er neben dir lebe. Nimm nicht von ihm Zins und Mehrung und fĂŒrchte dich vor deinem Gott, auf dass dein Bruder neben dir lebe. Dein Geld gib ihm nicht auf Zins und um Mehrung gib ihm nicht deine Nahrungsmittel.“

Das in seinem Alter umstrittene fĂŒnfte Buch Mose (Deuteronomium) fasst das Zinsverbot in folgende Worte: „Du sollst nicht Zins auferlegen deinem Bruder, Zins auf Geld, Zins fĂŒr Nahrungsmittel, Zins fĂŒr irgend eine Sache, die man auf Zins leiht. Dem Fremden magst du Zins auferlegen, aber deinem Bruder sollst du nicht Zins auferlegen, damit dich segne der Herr, dein Gott, bei jeglicher Unternehmung deiner Hand in dem Lande, dahin du kommst, um es in Besitz zu nehmen.“

Nach der rabbinischen Lehre umfasst das Zinsverbot alles, was ĂŒber das Geliehene hinausgeht, jegliches Mehr. Jeder Zins, unabhĂ€ngig von seiner Höhe, gilt hiernach als verbotener Wucher. Der Hinweis auf den armen Bruder als Zinszahler deutet zwar darauf hin, dass primĂ€r das Konsumdarlehen gemeint ist. Dies erlaubt aber noch nicht den in neuerer Zeit gezogenen Gegenschluss, dass das verzinste Produktivdarlehen folglich erlaubt sei. Als zulĂ€ssig gelten allerdings Geldeinlagen gegen Gewinn- und Verlustbeteiligung, wie sie spĂ€ter auch der Islam aufgreift und in verschiedenen Formen weiter entwickelt.

Das Zinsverbot ist eingebettet in weitere Regeln: das „Erlassjahr“ (5. Mose 15, 1 - 11), wonach in jedem 7. Jahr alle Schulden zu erlassen sind, und das „Halljahr“ (3. Mose 25), das im 50. Jahr den Grundbesitz an die ursprĂŒnglichen EigentĂŒmer zurĂŒckfallen lĂ€sst, so dass der Boden nicht auf Dauer verĂ€ußert werden kann und sich sein Preis am Wert der noch ausstehenden Ernten bemisst. Diese fĂŒr seine Durchsetzbarkeit notwendige Einbettung in Erlassregeln und Bodenrecht hat das Zinsverbot im Laufe der Geschichte verloren - mit schwerwiegenden Folgen.

Sehr deutlich beschrĂ€nkt das Deuteronomium das Zinsverbot auf Darlehen an Juden und erlaubt die Zinsnahme von Fremden. Dieses sog. PersonalitĂ€tsprinzip ist jedoch nicht spezifisch jĂŒdisch, sondern kennzeichnet alle antiken und mittelalterlichen Rechtsordnungen (4). VerstĂ€ndlicherweise werden Hilfs- und Liebespflichten nur gegenĂŒber den eigenen Volkszugehörigen auferlegt. Andernfalls wĂ€ren Fremde sogar begĂŒnstigt, wenn sie von Juden Zinsen nehmen dĂŒrften, aber an Juden keine zu zahlen hĂ€tten. Heute ist solche Unterscheidung in dieser Frage jedoch nicht mehr angemessen. Schon der Prophet Ezechiel (Hesekiel) macht sie nicht mehr: „Wer auf Zins leiht und Zuschlag nimmt, sollte der am Leben bleiben? - Er wird nicht am Leben bleiben! ... Er muss sterben! Sein Blut komme ĂŒber ihn!" (18, 13) (5)

1.2   Christliche Botschaft

Noch weiter geht Jesus Christus in seinen Forderungen. In seiner Bergpredigt sagt er: „Vielmehr liebet eure Feinde und tut Gutes und leihet, ohne etwas zurĂŒckzuerwarten. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein." (Lukas 6, 35).

Damit wird das Verbot des Zinsnehmens als selbstverstĂ€ndlich vorausgesetzt und darĂŒber hinaus gefordert, gegebenenfalls auch auf die RĂŒckgabe des Geliehenen zu verzichten. Dies wird noch deutlicher bei der Wiedergabe der Bergpredigt bei MatthĂ€us (5, 38 ff.), wo das Thema „Borgen“ im Zusammenhang mit der Aufforderung angesprochen wird, nach einem Schlag auf den rechten Backen auch den anderen darzubieten sowie dem, der den Rock will, auch den Mantel zu lassen. Anschließend heißt es: ”Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem ab, der von dir borgen will!" (5, 42).

Dass materielles Gewinnstreben und Christusnachfolge unvereinbare GegensĂ€tze sind, wird an vielen Stellen deutlich, etwa in dem Ausspruch, dass ein Kamel leichter durch ein „Nadelöhr“ gehe (womit ein FußgĂ€ngertor gemeint ist), als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme (MatthĂ€us 19, 24), und in dem markanten Satz: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon." (MatthĂ€us 6, 24)

2   Kirche

2.1   FrĂŒhzeit

Als Quellen hierfĂŒr dienen neben den Synoden vor allem die als „KirchenvĂ€ter“ und Heilige verehrten altchristlichen Kirchenschriftsteller, die entgegen den geltenden römischen Gesetzen das Zinsnehmen einhellig untersagten (6). Von Lactantius (gest. 330 n.Chr.), einem der höchstgebildeten und gelehrtesten MĂ€nner seiner Zeit, stammt folgender Satz:

„Es ist Ă€ußerst ungerecht, mehr zu fordern als man gegeben hat. So handeln, das ist seinen NĂ€chsten ausbeuten und auf perfide Weise mit seiner Not spekulieren."

NachdrĂŒcklich verdammte der heilige Gregor von Nyssa (ca. 334 - 394 n.Chr.), griechischer Bischof und bedeutender Theologe und Mystiker, den Zins: „Was ist fĂŒr ein Unterschied, durch Einbruch in Besitz fremden Gutes zu kommen auf heimliche Weise und durch Mord als Wegelagerer, indem man sich selbst zum Herrn des Besitzes jenes Menschen macht oder ob man durch Zwang, der in den Zinsen liegt, das in Besitz nimmt, was einem nicht gehört?“

Auch Ambrosius (340 - 397), Augustinus (354 - 430) und Hieronymus (331 - 420) verurteilten das Zinsnehmen scharf, obwohl sie sich dadurch heftigen Angriffen aussetzten.

Auf zahllosen frĂŒhkirchlichen Synoden wurde das Zinsverbot beschlossen und bekrĂ€ftigt. Die Synode von Elvira (im Jahr 306) verbot das Zinsnehmen sowohl dem Klerus als auch den Laien. Nach dem christenfreundlichen MailĂ€nder Toleranz-Edikt im Jahre 313 durch Konstantin erwies sich die Kirche prompt um ein StĂŒck angepasster und beschrĂ€nkte das Zinsverbot auf den Klerus, so die Synode von Arles im Jahr 314 und das Konzil von NicĂ€a im Jahr 325 wie auch spĂ€tere Synoden und Konzilien (7). Eine Unterscheidung zwischen Wucher und Zins gab es indes ebenso wenig wie danach, zu welchem Zweck das Darlehen gegeben wurde, ob zum Konsum oder zum Erwerb (8). Zur BegrĂŒndung dienten zum einen das Alte und Neue Testament, zum anderen die natĂŒrlichen Prinzipien der Gerechtigkeit, wie sie schon in der griechischen Philosophie insbesondere durch Aristoteles formuliert wurden.

2.2   Mittelalter

Allgemeine Geltung erlangte das Zinsverbot erst unter den Karolingern. Nachdem England 787 vorausging, legte Karl der Große der Synode von Aachen im Jahr 789 ein entsprechendes Gesetz vor. Kaiser Lothar bestimmte im Jahr 825: „Wer Zins nimmt, wird mit dem Königsbann belegt, wer wiederholt Zins nimmt, wird aus der Kirche ausgestoßen und soll vom Grafen gefangen gesetzt werden.“

Nach Geltung und Wirkung ist zweifellos das Mittelalter der Höhepunkt des Zinsverbots. Die religiöse Haltung der Menschen, das mittelalterliche Bodenrecht und die zunĂ€chst noch vorherrschende Naturalwirtschaft machten dies möglich. Als die Geldwirtschaft zunahm, erleichterten es die immer wieder zum Umtausch aufgerufenen Brakteaten von ca. 1150 bis 1350 (9), das Zinsverbot aufrechtzuerhalten, zumal die von Landwirtschaft und Handwerk ferngehaltenen und auf Geld- und Warenhandel beschrĂ€nkten Juden die Rolle des SĂŒndenbocks wahrnahmen.

Deshalb konnte das zweite Laterankonzil 1139 beschließen: „Wer Zins nimmt, soll aus der Kirche ausgestoßen und nur nach strengster Buße und mit grĂ¶ĂŸter Vorsicht wieder aufgenommen werden. Einem Zinsnehmer, der ohne Bekehrung stirbt, soll das christliche BegrĂ€bnis verweigert werden.“

Papst Eugen III. verkĂŒndete 1150: „Wer mehr nimmt als die Leihsumme ausmacht, verstrickt sich in die SĂŒnde des Wuchers. Alles, was zur Leihsumme hinzukommt, ist Wucher.“

Und selbstbewusst gegenĂŒber weltlichen Herrschern statuierten die PĂ€pste Alexander III. (1179) und Clemens V. (1311): „Jede Gesetzgebung, die den Zins erlaubt, ist null und nichtig."

Wie diffizil die Materie jedoch bei nĂ€herem Hinsehen ist, zeigen die ausfĂŒhrlichen Erörterungen beim heiligen Thomas von Aquin (1224 - 1274), dem bedeutendsten Theologen und Philosophen des Mittelalters. Zwar verurteilt auch er den Zins als in sich ungerecht (unter Berufung u.a. auf Aristoteles): „Das Geld kann nur durch Ausgeben gebraucht werden, also ist dem GlĂ€ubiger kein Zins zu vergĂŒten. Auf Zins ausleihen ist SĂŒnde."

Doch anerkennt Thomas nicht nur Miete und Pacht, und zwar bei Dingen, die durch den Gebrauch nicht verbraucht werden, sondern auch Gewinn- und Verlustbeteiligung durch einen Gesellschaftsvertrag und Schadensersatz kraft gesonderter Vereinbarung.

GedrĂ€ngt durch die BedĂŒrfnisse der Wirtschaftspraxis entwickelt die SpĂ€tscholastik (14./15. Jh.) hieraus eine verzweigte Zinstiteltheorie, welche das Zinsverbot zunehmend durchlöchert. Danach kann der Darlehnsgeber im begrĂŒndeten Einzelfall Ersatz fĂŒr ihm entstandenen Schaden oder auch entgangenen Gewinn verlangen, wie auch einen Risikozuschlag und Konventionalstrafe bei verzögerter RĂŒckzahlung, sofern solches gesondert vereinbart wurde. Auch entsprach es dem eigenen Interesse der Kirche, insbesondere dem vieler Klöster, den Rentenkauf anzuerkennen, wodurch sich der GrundstĂŒcksverkĂ€ufer von dem KĂ€ufer eine regelmĂ€ĂŸige Leistung versprechen lassen konnte, sei es auf Dauer, sei es einseitig oder beidseitig kĂŒndbar. Sobald diese Leistung nicht mehr abhĂ€ngig war von dem jeweiligen Ertrag eines konkreten GrundstĂŒcks, nĂ€herte sich ein solches VertragsverhĂ€ltnis dem verzinsten Darlehen.

Anerkannt wurde auch die Forderung nach Ersatz von Aufwendungen, die Leihanstalten kirchlicher Orden (Montes pietatis) hatten, die in der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts in italienischen StĂ€dten hilfsbedĂŒrftigen Menschen gegen Pfand Geld oder andere Dinge liehen.

Sehr umstritten blieb dagegen der Versuch, das Zinsverbot durch einen sogenannten „contractus trinus“ zu umgehen, bei dem durch Koppelung eines Gesellschaftsvertrages mit zwei VersicherungsvertrĂ€gen eine feste Gewinnbeteiligung und die RĂŒckgabe des geliehenen Betrages vereinbart wurden.

2.3   Neuzeit

Seit dem Ende der Brakteatenzeit konnte sich die Kirche mit dem Zinsverbot nicht mehr durchsetzen. Sobald das Geld wieder als Wertaufbewahrungsmittel geeignet war, sorgten Gewinnsucht, Phantasie und die Vielfalt der wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse fĂŒr eine rasche Verbreitung des Zinses und damit fĂŒr eine zunehmende Aufspaltung in Arme und wenige Reiche sowie fĂŒr den wirtschaftlich-sozialen Niedergang im 14./15. Jahrhundert. Gefördert wurde diese Entwicklung durch studierte Juristen, die das römische Rechtsdenken ĂŒbernahmen, insbesondere die mit dem römischen Eigentumsbegriff verbundene absolute VerfĂŒgungsgewalt, und damit dem römischen Geldgeist zum Durchbruch verhalfen.

Eine solche Entwicklung brachte z.B. einen Jakob Fugger (II., 1459 - 1525) hervor, der in Venedig seine Lehrzeit verbrachte und mit SpĂŒrsinn die enormen, aber brachliegenden GeldrĂŒcklagen des mittleren und oberen Klerus aufstöberte und heimlich als verzinste Einlagen heranzog, um sie gewinnbringend weiterzuverleihen, insbesondere an Kaiser Maximilian I. gegen Übertragung von Silber- und Kupfermonopolen und an PĂ€pste, fĂŒr die er fĂŒhrender Bankier wurde und auch den Ablassverkauf organisierte (10). BeilĂ€ufig versuchte er auch auf die theologische Meinungsbildung zur Zinsfrage Einfluss zu nehmen, indem er den Theologieprofessor der bayerischen LandesuniversitĂ€t Ingolstadt Johannes Eck protegierte und im Jahr 1515 eine Scheindisputation in Bologna förderte, bei der Eck fĂŒr eine generelle Erlaubnis des Zinsnehmens bis 5 % plĂ€dierte (11).

Durch Handelsmonopole und Zinsbelastung bewirkte Teuerungen und dementsprechende wirtschaftliche und soziale Not der lĂ€ndlichen Bevölkerung waren SchubkrĂ€fte fĂŒr die Reformation Martin Luthers (1483 - 1546). In mehreren Schriften wendet er sich leidenschaftlich gegen Wucher und Monopole: „Darum ist ein Wucherer und Geizhals wahrlich kein rechter Mensch; er sĂŒndigt auch nicht eigentlich menschlich! Er muss ein Werwolf sein, schlimmer noch als alle Tyrannen, Mörder und RĂ€uber, schier so böse wie der Teufel selbst! Er sitzt nĂ€mlich nicht als ein Feind, sondern als ein Freund und MitbĂŒrger im Schutz und Frieden der Gemeinde und raubt und mordet dennoch grĂ€ulicher als jeder Feind und Mordbrenner. Wenn man daher die StraßenrĂ€uber, Mörder und Befehder rĂ€dert und köpft, um wie viel mehr noch sollte man da erst alle Wucherer rĂ€dern und foltern, alle GeizhĂ€lse verjagen, verfluchen und köpfen. ...“ (12)

Luther geht davon aus, dass Wucher (unabhĂ€ngig von seiner Höhe) stets vorliegt, wo man Geld leiht und dafĂŒr mehr oder Besseres fordert oder nimmt, und dass Wucher Teuerung zur Folge hat und in kurzer Zeit das ganze Land auffrisst. Allerdings nennt auch er Ausnahmen, indem er Schadensersatz bei verspĂ€teter RĂŒckzahlung und bei konkretem Gewinnentgang zubilligt, den „Zinskauf“ (Rentenkauf) ĂŒber ein „benanntes“ GrundstĂŒck in Form eines bestimmten Prozentsatzes des konkreten Ertrags erlaubt und darĂŒber hinaus das „kleine NotwĂŒcherlein“ zulĂ€sst, das z.B. dann vorliege, wenn eine Witwe außer einer Zinseinnahme fĂŒr ihr Vermögen sonst nichts zum Leben habe. Trotz der entschiedenen Verurteilung des Zinsnehmens ermahnt Luther in der Praxis, den Zins pĂŒnktlich zu zahlen, sofern die Forderung nicht vom FĂŒrsten fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt wurde, und rĂ€t diesem, den Zins nicht abrupt zu senken.

Der Reformator Ulrich Zwingli (1484 - 1531) geht in Richtung SĂ€kularisierung einen Schritt weiter, indem er einerseits den Zins fĂŒr ungöttlich und unchristlich erklĂ€rt, andererseits dem Staat das Recht zuerkennt, den Zinsfuß festzusetzen.

Die NĂ€he zu Handel und Produktion ist noch stĂ€rker spĂŒrbar bei Johann Calvin (1509 -1564), der das Zinsnehmen erlaubt, wenn es mit Billigkeit und brĂŒderlicher Liebe im Einklang stehe; im Gegensatz zum Wucher könne der Zins nicht unerlaubt sein, da sonst gewinntrĂ€chtiger Handel unmöglich sei. „Geld ist dazu da, sich durch wirtschaftliche TĂ€tigkeit zu vermehren." Diese Einstellung hat den Kapitalismus insbesondere in England und Amerika gefördert.

Im 16. Jahrhundert wurde um die Zinsfrage außerordentlich heftig gerungen. Um 1600 schließlich wurde auf evangelischer Seite Luthers prinzipielle Absage an das Zinsnehmen „unauffĂ€llig korrigiert und der entstehenden Geldwirtschaft Rechnung getragen.“ (13) Die zunehmende Verquickung von Staat und Wirtschaft, das evangelische Staatskirchentum und die staatlichen Bindungen der theologischen FakultĂ€ten haben das Thema Zins so nachhaltig in der Versenkung verschwinden lassen, dass viele protestantischen Pfarrer heute außer dem missverstandenen Gleichnis von den anvertrauten Talenten (MatthĂ€us 25, 27) hierzu keinerlei Assoziationen mehr haben und im Zins insbesondere kein theologisches Problem mehr sehen (14).

DemgegenĂŒber muss man der Katholischen Kirche bescheinigen, dass sie viel lĂ€nger und nachhaltiger um die Zinsfrage rang. Obwohl weltliche MĂ€chte zunehmend den Zins ausdrĂŒcklich zuließen (so italienische StĂ€dte seit dem 14. Jahrhundert, Kurhessen 1550, Bayern 1553, Mecklenburg 1562, Preußen und Polen 1569, zuletzt Frankreich 1789), und trotz heftiger Angriffe bekrĂ€ftigten ĂŒber 40 Synoden im 16. bis 18. Jahrhundert das Zinsverbot. Veranlasst durch zinsfreundliche Schriften u.a. des italienischen Gelehrten Scipio Maffei erließ Papst Benedikt XIV. im Jahre 1745 die bedeutsame Enzyklika „Vix pervenit“, in der er das Zinsverbot aufrechterhielt, wenn auch mit Hinweis auf die in der SpĂ€tscholastik entwickelten externen Ausnahmetitel.

Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und der Siegeszug des Kapitalismus veranlassten jedoch zahlreiche katholische Moraltheologen (insbesondere Pesch, Biederlack, Pruner, Zehentbauer, Ratzinger, Schindler, Cathrein, Linsenmann), das Zinsnehmen zu rechtfertigen (15). Die tatsĂ€chlichen VerhĂ€ltnisse hĂ€tten sich verĂ€ndert; Geld sei fruchtbar geworden, denn generell bestehe die Möglichkeit zu gewinntrĂ€chtiger Anlage. Es wird zwischen Zins und Wucher unterschieden bzw. zwischen Konsumtiv- und Produktivdarlehen. Man beruft sich auf das „moderne sittliche Bewusstsein“ und darauf, dass der Zins förderlich sei fĂŒr Handel und Verkehr. Die tragischen Folgen erkennen nur Wenige.

Nur Einzelne hielten dagegen. Zu nennen sind insbesondere: Karl von Vogelsang (1818 - 1890), Jurist aus Mecklenburg, 1850 konvertiert, grĂŒndete in Wien die Monatsschrift fĂŒr christliche Sozialreform und bekannte, „der Zins ist der Angelpunkt der Sozialen Frage" und Wilhelm Hohoff (1848 - 1923), Pfarrer und Verehrer von Karl Marx, Verfechter einer Vereinigung von Christentum und Sozialismus und entschiedener Vertreter der Arbeitswerttheorie, wonach nur menschliche Arbeit Werte schaffen kann. Aus spĂ€terer Zeit sind zu nennen vor allem Anton Orel (1881 - 1959), Jurist und JugendfĂŒhrer mit seinem zweibĂ€ndigen Werk „Oeconomia perennis“ (1930), des Weiteren Johannes Kleinhappl (16), der Grazer Theologieprofessor Johannes Ude (17) wie auch Abt Alois Wiesinger und Franz Koutny (18).

Doch die Macht des Faktischen siegte schließlich auch in der Katholischen Kirche. 1870 scheiterte eine zur BekrĂ€ftigung des Zinsverbots gestartete Initiative von 22 Bischöfen beim Ersten Vatikanischen Konzil, weil dieses wegen des Ausbruchs des deutsch-französischen Krieges vorzeitig beendet wurde. In seiner Sozialenzyklika „Rerum novarum" vom Jahre 1891 ĂŒber die Arbeiterfrage spricht Papst Leo XIII. zwar von „gierigem Wucher“, „unersĂ€ttlichem Kapitalismus“ und davon, dass man den „alles verschlingenden Wucher aus der Welt schaffen" solle, ohne jedoch konkrete Schlussfolgerungen fĂŒr das Zinsverbot zu ziehen.

Im Kirchengesetzbuch von 1918 (Kanon 1543) versucht die Katholische Kirche in einem kĂŒhnen Spagat die traditionelle Lehre und die heutige Geldwirtschaft zu vereinen, indem sie einerseits feststellt, dass der Darlehensvertrag keinen Gewinn rechtfertige, dass andererseits aufgrund (weltlichen) Gesetzes die Vereinbarung eines Gewinnes erlaubt sei.

Die Enzyklika “Quadrogesimo Anno” von Pius XI.(1931) ĂŒber die Herrschaft des Geldes ist geprĂ€gt durch den Verteidiger des Zinsnehmens Oswald von Nell-Breuning. Die Enzykliken „Mater et Magistra“ von Papst Johannes XXIII. (1961), „Populorum Progressio“ von Papst Paul VI. (1967) und „Sollicitudo rei socialis“ von Papst Johannes Paul II. sprechen zwar Symptome an, nicht aber das Zinsverbot.

Die eingehend begrĂŒndete Initiative von deutschen und österreichischen Laien um Paul Bauschulte und Ernst van Loen (19) an das Zweite Vatikanische Konzil (1962 - 1965) mit dem Ziel, die traditionelle Zinswucherlehre zu erneuern, scheitert an dem Widerstand insbesondere des Kapitalismus-Apologeten Kardinal Johannes Messner. (20) Die ersatzlose Streichung des Zins-Kanons im neuen Kirchengesetzbuch von 1983 markiert das Ende des katholischen Zinsverbots.

C.

Welche Schlussfolgerungen erlaubt diese Entwicklung? Die sich christlich nennende Zivilisation hat den modernen Kapitalismus hervorgebracht; wird sie ihn auch selbst wieder ĂŒberwinden - oder wird dies vielleicht der Islam besorgen? MĂŒssen wir mit dem römischen Juristen und Dichter Seneca (gest. 65 n.Chr.) resignierend sagen: „Es gibt kein Heilmittel dort, wo das, was man als Untugend angesehen hat, zur Gewohnheit wird"?

Martin Luther geht zwar davon aus, dass mit der ErbsĂŒnde auch der Wucher in der Welt bleibt, wird aber nicht mĂŒde, die Menschen vor ihm zu warnen: „Wucher muss also sein, aber wehe den Wucherern!" (21)

Zuversichtlicher Ă€ußert sich demgegenĂŒber der christliche Sozialpolitiker Friedrich Naumann (1860 - 1919): „Wir zweifeln nicht daran, dass eine Zeit kommen wird, in der sich eine christliche Bewegung gegen den Zins erhebt." (22)

Das Zinsverbot ist Ausdruck eines religiös und sozialethisch wohlbegrĂŒndeten Anliegens, das heute dringlicher ist denn je: Zu verhindern, dass Menschen andere Menschen ausbeuten, dass die Wirtschaft krebsartig die Erde ĂŒberwuchert und zerstört, wachsende Geld- und Schuldenberge das Leben zu ersticken drohen und dass der Mensch aus Habgier und Machtsucht Gottes Schöpfung dem Götzen Mammon opfert.

Doch ein isoliertes Zinsverbot, das seine notwendige ErgĂ€nzung durch Schuldenerlassregeln und Bodenrecht verloren hat, kann dies nicht leisten. Es wĂ€re sogar schĂ€dlich, weil die Geldbesitzer mangels Anreizes ihr Geld zurĂŒckhalten wĂŒrden und den Wirtschaftskreislauf ins Stocken brĂ€chten. Es mĂŒsste deswegen zumindest durch eine Pflicht zur Weitergabe von Geld ergĂ€nzt werden. Aber auch das wĂ€re noch nicht ausreichend, weil das Geld dann zur Bodenspekulation verwendet wĂŒrde mit all den schlimmen Folgen, die wir in BallungsrĂ€umen erleben. Wie in den mosaischen Gesetzen vorgesehen, gehört also ein die Spekulation ausschließendes Bodenrecht zwingend hinzu.

Doch fĂŒr eine erwachsen werdende Menschheit haben religiöse Ge- und Verbote ihre Verbindlichkeit verloren, auch wenn es leidvoller Erfahrungen bedarf, sie durch eine aus Einsicht selbst zu entwickelnde Ordnung zu ersetzen. HierfĂŒr enthalten die mosaischen Gesetze entscheidende Hinweise, zum einen den, dass es am Boden nur Nutzungsrechte geben darf, und zum anderen die in den Erlassjahren liegende Erkenntnis, dass auch Geld und Geldforderungen altern und einmal sterben mĂŒssen wie alles auf der Erde. Diese beiden Elemente finden sich sowohl bei Silvio Gesell (1862 - 1930) (23) als auch bei Rudolf Steiner (1861 - 1925) (24) und könnten bei sachgemĂ€ĂŸer Ausgestaltung und Handhabung den Zins marktwirtschaftlich zum Verschwinden bringen (25).

Solche Vorstellungen stoßen auf Widerstand vor allem bei den MĂ€chtigen dieser Welt, deren Geldthron allmĂ€hlich schrumpfen wĂŒrde, aber auch bei den Ausgebeuteten, weil ihre Denkgewohnheiten und SehnsĂŒchte kapitalistisch geprĂ€gt sind. Um diesen Widerstand in und um uns herum zu ĂŒberwinden, bedarf es großer Anstrengungen. Die Kapitulation der Kirchen vor dem Kapitalismus war wohl notwendig, damit sich die Menschen zu ihrer Selbstverantwortung durchringen. Doch letztlich wird uns nur der religiöse Impuls Kraft und Richtung geben, damit die Katastrophen, die wir erleben, zu Geburtswehen einer neuen Zeit werden (26).

Wer mit offenen Augen die vielfĂ€ltigen Initiativen und Bewegungen wahrnimmt, z.B. auf dem Markt der Möglichkeiten der Evangelischen Kirchentage (27), entdeckt Keime dieser neuen Zeit. Geld nicht festzuhalten und wuchern zu lassen, sondern kaufend, leihend und schenkend weiterzugeben und mit Boden nicht zu spekulieren, sondern ihn zum Nutzen aller zu pflegen, gehört ebenso zu diesen zukunftsweisenden Verhaltensweisen wie der geschwisterliche Umgang mit Menschen, Tieren und Pflanzen. Damit solche Keime gedeihen können, bedarf es sowohl sich wandelnden Bewusstseins als auch verĂ€nderter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. An beidem mĂŒssten die Kirchen mitwirken. Nur wenn sie ĂŒber Appelle hinaus die konkreten Ansatzpunkte notwendiger VerĂ€nderungen benennen, insbesondere auch die Geld- und Bodenordnung, und ihre eigene Verstrickung in den Kapitalismus ĂŒberdenken, werden die Kirchen ihrer Zielsetzung Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung gerecht werden.

Anmerkungen

1  So Ulrich Duchrow, Kirchen, Christen, Wirtschaftssysteme. Fragen und Thesen aus westeuropĂ€ischer Sicht zur Weiterarbeit am Sao Paulo-Aufruf zur gehorsamen Nachfolge, in: Beilage zur Jungen Kirche, Heft 1/Januar 1988, S. 11 f. mit Hinweis auf S. Gesell; ders., Grenzenloses Geld fĂŒr wenige oder Leben fĂŒr alle in den Grenzen des Wachstums' - Kirche und Kapitalismus angesichts der Schuldenkrise. Beilage zur „Junge Kirche", Heft 9, September 1988; Claus F. LĂŒcker, Zinsverbot und Schuldenerlaß (1999); Arno Schelle, Das Problem des Zinsnehmens in der Theologie und Wirtschaft (2001).

2  Dazu Helmut Creutz, Dieter Suhr, Werner Onken, Wachstum bis zur Krise? (1986); Helmut Creutz, Das Geld-Syndrom (5. Aufl. 2001/4).

3  S. dazu und zum Folgenden von zinsfreundlicher Seite Franz Xaver Funk, Geschichte des kirchlichen Zinsverbots (1876); aus zinskritischer Sicht Anton Orel, Oeconomia perennis - Die Wirtschaftslehre der MenschheitsĂŒberlieferung im Wandel der Zeiten und in ihrer umwandelbaren Bedeutung (1930); Richard Drewes, Das Zinsproblem in der deutschsprachigen Moraltheologie von 1850 - 1920 (1976). Zum Alten Testament und zum Judentum vgl. Eberhard Klingenberg, Das israelische Zinsverbot in Torah, Misnah und Talmud (1977).

4  E. Klingenberg a.a.O. (Anm. 3) S. 34 ff., 74 ff.

5  S. auch 22, 12; auch Psalm 15. 5; SprĂŒche 1, 18 f. und 28. 8; Nehemia 5, 1 ff.

6  Genaue Fundstellen ĂŒber die folgenden Angaben und Zitate enthalten die in Anm. 3 genannten Werke.

7  U.a. Carthago (419), Arles (443), Tours (461), Orleans(538), Constantinopel (692), Toledo (694) mit schrittweisen AbschwĂ€chungen: Sanktion erst nach erfolgloser Abmahnung und ab Diakon aufwĂ€rts.

8  Str., s. dazu Dewes (siehe Anm. 3) S. 24 ff.

9  Dazu Hans Weitkamp, Das Hochmittelalter - ein Geschenk des Geldwesens.

10  S. dazu Götz Freiherr von Pölnitz, Jakob Fugger, Bd. 1 (1949), insbes. S. 112, 217 ff.

11  Pölnitz (siehe Anm. 10) S. 314 ff.

12  Kleiner Sermon vom Wucher (1519). Großer Sermon vom Wucher (1520). Von Kaufhandlung und Wucher (1524). An die Pfarrherrn wider den Wucher zu predigen (1540). Der Auszug ist dem Schlussteil der letztgenannten Schrift entnommen; zitiert nach GĂŒnter Fabiunke. Martin Luther als Nationalökonom (1963) S. 229.

13  Martin Honecker, Art. „Geld“ in: Theologische RealenzyklopĂ€die Bd. XII (1984) S. 287.

14  Um so wichtiger sind die Ausnahmen, u.a, die Pfarrer Eduard Burri (s. sein Buch zusammen mit Fritz Schwarz: Der Zins vom Standpunkt der christlichen Ethik, der Moral und der Volkswirtschaft. o.J., ca. 1935), Friedhelm Spiecker, Walter Bischoff und Dr. Skriver (s. Veröffentlichungen in der Zeitschrift der AfC „Glaube und Tat“).

15  Dazu Drewes (siehe Anm. 3).

16   S. schon seine Schrift Arbeit - Pflicht und Recht. Fragen der Wirtschaftsethik (1902) sowie die von E. v. Loen herausgegebenen BĂ€nde Christliche Wirtschaftsethik (1991), Christentum und Kapitalismus (1992), Kirchliche Kapitalismuskritik (1993) und Soziales Christentum (1994).

17   U.a.: Christentum oder Zinswirtschaft? (1938): Christliche Moraltheologen als Helfershelfer des Kapitalismus (1957).

18  Franz Koutny, Genesis und Folgen des Kapitalismus (1972).

19  Appell an das Ökumenische Konzil. Dokumentation zur Eingabe katholischer Laien an die Kommission fĂŒr das Laien-Apostulat betr. Fragen der religiösen und sozialen Aktion zur Vorbereitung des von S.H. Papst Johannes XXIII. einberufenen Ökumenischen Konzils zu Rom 1962.

20  S. z.B. seine Schriften: Die soziale Frage (1934). Das Naturrecht (1950).

21  In der in Anm. 12 zuletzt genannten Schrift: Fabiunke S. 202.

22  Soziales Programm der Evangelischen Kirche, 1890.

23  Die NatĂŒrliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld (1. Auflage 1916, 9. Auflage 1949).

24  Nationalökonomischer Kurs (1. Auflage 1922; 5. Auflage 1919) S. 164 f., 171 ff.: Die Kernpunkte der sozialen Frage (1. Auflage 1919; 6. Auflage 1976) S. 87 ff.

25  Dazu u.a. Dieter Suhr. Geld ohne Mehrwert. Entlastung der Marktwirtschaft von monetĂ€ren Transaktionskosten (1983); D. Suhr/H. Godschalk. Optimale LiquiditĂ€t. Eine liquiditĂ€tstheoretische Analyse und ein kreditwirtschaftliches Wettbewerbskonzept (1986); Jobst von Heynitz, Votum fĂŒr eine nutzer- und eigentumsfreundliche Reform des Bodenrechts, in: Zeitschrift fĂŒr Rechtspolitik 1977. S. 230 ff. Siehe auch die laufenden Veröffentlichungen in folgenden Zeitschriften:
Zeitschrift fĂŒr Sozialökonomie sowie Fragen der Freiheit, hrsg. vom Seminar fĂŒr freiheitliche Ordnung, Bad Boll (www.sffo.de).

26  Um dieses Zusammenwirken von religiöser Motivation und sozialer Phantasie insbesondere auf dem Gebiet der Geld- und Bodenordnung bemĂŒhen sich die Christen fĂŒr gerechte Wirtschaftsordnung (CGW) e.V.,
www.cgw.de; s. auch die in Anm. 14 und 17 - 19 Genannten.

27  Z.B. Oikocredit (
www.oikocredit.de) und Erlassjahr (www.erlassjahr.de). 

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